Mein Weg zum NLP

Mein Werdegang – von Träumen und Zielen, von Strategien und meinem Weg zum NLP

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Sie haben einen Auftritt vor 300 Menschen. Sie betreten schwungvoll die Bühne, wissen genau, was Sie sagen wollen, und dann: Blackout! Nach den ersten beiden Worten fällt Ihnen nichts mehr ein. Schweigen. Sie stehen auf der Bühne, der Mund steht offen und es kommt kein Ton mehr heraus. Sekunden werden zur Ewigkeit… Bis Ihnen ein hilfreicher Mensch ein paar Worte souffliert und Sie wieder Ihren Faden haben. Sie finden zu Ihrer Performance zurück, meistern souverän Ihren Auftritt und ernten donnernden Applaus. Der kleine Patzer am Anfang – fast vergessen. Es ist menschlich, macht Sie sympathisch. Das Publikum jedenfalls hat es Ihnen schon längst verziehen. Als mir diese Situation passierte, war ich 13 Jahre alt. Ich stand zum ersten Mal vor einem so großen Publikum auf der Bühne. Ein Auftritt in einer Faschingssitzung, zusammen mit einigen Freunden. Die Panne war mir ganz schön peinlich. Doch ich hatte gar keine Zeit, mich davon bremsen zu lassen. Noch vier Mal spielten wir in den nächsten Tagen den gleichen Sketch. Danach beschloss ich, Schauspielerin zu werden. Meine Eltern rieten mir aber von der brotlosen Kunst ab. Schade.

Also lernte ich was Anständiges, ließ mich zur Erzieherin ausbilden, arbeitete zunächst in der Betreuung geistig behinderter Menschen, später in einem Kinderdorf. Doch ich wollte mehr, entschied mich dafür, nochmals die Schulbank zu drücken. Ich studierte Sozialpädagogik und einige Semester Philosophie, legte meinen Schwerpunkt auf Sozialmanagement und Soziale Organisation. In jeder freien Minute, wenn ich nicht gerade in einem Blumenladen oder einer Fabrik jobbte, war ich auf Reisen, erweiterte meinen Horizont. Ein kurzer Studentenaustausch in Louisville, Kentucky, ein paar Sprachaufenthalte in Rom, Trips vom Nordkap bis nach Südfrankreich. Das klassische Dilemma: als Studentin hatte ich zwar Zeit, aber wenig Geld. Wie gern hätte ich einige Zeit im Ausland gelebt, mein Fernweh mit Geld verdienen kombiniert. Leider fand ich damals keine Möglichkeit dafür. Also blieb mir das Reisen. Kaum hatte ich mein Diplom in der Tasche, managte ich einige Wochen einen Bioladen, als Krankheitsvertretung für die Inhaberin. Mit dem verdienten Geld reiste ich 2 Monate allein durch Südafrika, lebte dort zeitweise auf einer Farm und besuchte soziale Projekte in Kapstadt. Fotolia_8851879_XSZurück in Deutschland arbeitete ich zunächst als Sekretärin und Vertriebsassistentin eines großen Verlags, während ich eine Handvoll Bewerbungen für meine Traumjobs schrieb.

Schon damals war das mein Erfolgsrezept: „Wenn du weißt, was du willst, richtest du deinen Fokus entsprechend aus und kommst schneller ans Ziel.“ Gleich mit der zweiten verschickten Bewerbung landete ich in einer Führungsposition in einem Sozialen Unternehmen. Ich koordinierte und plante den Einsatz von mehr als 40 jungen Menschen im Zivildienst und Sozialen Jahr, war Konfliktlösende und Motivierende, Krisenmanagerin, Troubleshooter, Stellvertretung des Geschäftsführers, Ansprechpartnerin für Kundensorgen jeder Art und lernte, das Unmögliche möglich zu machen. Selbstverständlich sofort, auch nachts und am Wochenende, und in der Hälfte der vorgesehenen Zeit. Nebenbei erwarb ich mir den Ruf, auch gut mit Computern umgehen zu können. Und so engagierte mich die Geschäftsleitung für ein neues Projekt:  das Unternehmen erhielt eine neue Software und ich übernahm die Schulung von fast 300 Mitarbeitern in ganz Südbayern. Fotolia_20019855_XSNebenbei konzipierte ich Telefontrainings für den Kundendienst und schulte die Teams. Ich liebte diesen Job, hatte ich doch meine Leidenschaft fürs Trainieren entdeckt! Trotzdem suchte ich neue Herausforderungen. Ich wollte wissen, ob ich auch in der freien Wirtschaft durchstarten konnte. So landete ich in der Personalentwicklung eines Softwaregiganten. Hier testete und koordinierte ich Schulungsmaßnahmen für den Vertriebsaußendienst, wirkte an Assessment-Centern für neue Führungspositionen mit. Nebenberuflich arbeitete ich als Kommunikationstrainerin. Es machte mir einen Heidenspaß.

Und dann erhielt ich die Chance, auf die ich lange gewartet hatte: Ich zog für zwei Jahre nach Südafrika! Zusammen mit meinem Partner, der beruflich dort zu tun hatte. Da ich keine Arbeitserlaubnis erhielt, betrachtete ich dies als „Sabbatical“ und nutzte die Zeit, um unser soziales Netzwerk aufzubauen, einen interkulturellen Freundeskreis zu etablieren. Und das alles ganz ohne Facebook. Außerdem wurde ich schwanger, unser Sohn Julian kam in Johannesburg zur Welt. Es war eine spannende Zeit zwischen verschiedenen Welten und Kulturen.

Berufliche Neuorientierung dank NLP

Nach zwei Jahren kehrten wir nach Deutschland zurück. Beruflich war es zunächst schwierig für mich, wieder Fuß zu fassen. Da mein früheres Arbeitsverhältnis durch den Südafrika-Aufenthalt beendet worden war, hatte ich keinen Anspruch, nach der Elternzeit wieder dorthin zurückzukehren. Doch ich konnte mir auch keine Festanstellung mehr vorstellen. Ich wollte flexibler sein, freiberuflich durchstarten. Also klapperte ich die Volkshochschulen in der Umgebung ab, wollte Computerkurse und Kommunikationstrainings geben. Sie lehnten ab. Sie hätten genügend Trainer. Hmm, ein kleiner Rückschlag. In einer großen Frauenzeitschrift las ich schließlich von einem Projekt, bei dem sie kostenlose Coachings für Frauen sponsern würden, die nach der Familienpause zurück in den Job wollten. Dies war in Kooperation mit Computerschulen in vielen Städten, es ging um Jobs rund um den PC. Perfekt! Hochmotiviert meldete ich mich zu einem Coaching an. Und erlebte, wie ein Coaching nie und nimmer sein sollte. Nach dieser Stunde war ich komplett demotiviert und fühlte mich unqualifiziert. Die freundliche Dame hatte mich nach meinen Zielen gefragt (als Trainerin durchstarten) und mir dann klipp und klar mitgeteilt, dass ich keine Chance hätte, ohne Informatik-Studium PC-Kurse geben zu können. Das würden schon alle „arbeitslosen EDV-ler“ abdecken. Es folgte eine Reihe von Ratschlägen. Sie drückte mir noch einen Flyer für ein Umschulungsprogramm als Web-Programmiererin in die Hand, die Zeit war um. Für ein paar Tage war ich wirklich down.

Dann begann ich zu recherchieren, suchte im Internet alles, was mit Weiterbildung für Trainer zu tun hatte und stieß auf zahlreiche „Train-the-Trainer“-Seminare. Immer wieder tauchte dabei der Begriff „NLP“ auf. Ich begann, alles über NLP zu lesen, was ich kriegen konnte. Das war ja spannend. Am meisten faszinierte mich damals das Reframing. Dinge, die nicht gut laufen, in einen anderen Rahmen zu setzen und dadurch eine komplett andere Bedeutung zu bekommen.

Allein durch die Lektüre begann ich, Hindernisse als Chance zu betrachten. Was brauchten Frauen, die zurück ins Berufsleben wollten, wirklich? Ich konzipierte Computerkurse für Wiedereinsteiger, und schickte das Angebot erneut an die Volkshochschulen. Gleich am nächsten Tag ein Anruf: „Genau so etwas suchen wir.“ Volltreffer! Ich war wieder im Boot. Zur gleichen Zeit traf ich mich mit einem früheren Kollegen, der mir vor Jahren mal von einer NLP-Ausbildung erzählt hatte. Ich wollte NLP lernen und eine Seminarempfehlung von ihm. Bei den Stichworten „Seminar“ und „NLP“ reagierte er sofort. Er fragte mich, ob ich Lust hätte, für seine Vertriebsmitarbeiter Kommunikationstrainings zu geben. Natürlich hatte ich Lust.

Donnerwetter, allein die Bemerkung, NLP lernen zu wollen, hatte mir zu einem Auftrag verholfen. Jetzt war ich nicht mehr zu bremsen. Ich besuchte ein kostenloses NLP-Abendseminar in München und startete einige Monate später mit der Ausbildung zum NLP-Practitioner. Es war eine Offenbarung. Ursprünglich sah ich das als berufliche Fortbildung. Erfolgreiche Kommunikation war das A und O im Vertrieb. Nach meinem ersten Ausbildungswochenende setzte ich das Gelernte gleich um und baute die Erkenntnisse in mein Vertriebstraining mit ein. Der Erfolg war durchschlagend. Die Teilnehmer waren begeistert und ich erhielt kurze Zeit später einen Anruf meines Auftraggebers. Die Abschlüsse der Mitarbeiter seien nach meinem Training schlagartig nach oben geschossen, sie hätten jede Menge neuer Kooperationsverträge unterzeichnet. Und ob ich nicht Lust hätte, auch seine anderen Mitarbeiter im Service-Bereich zu schulen. Es war unglaublich! Schon das erste Ausbildungswochenende mit NLP hatte mir 10 Folgeseminare beschert! Was für ein Gewinn! Doch das wahre Geschenk dieser Ausbildung kam erst noch.

Persönliche Weiterentwicklung

Bei NLP geht es nicht nur um Kommunikation mit anderen Menschen, sondern auch darum, was wir zu uns selbst sagen oder über uns glauben. Trauen wir uns etwas zu, reden wir uns ein, dass es schon irgendwie klappen wird, oder lassen wir uns von Rückschlägen unterkriegen? Halten wir uns für Verlierer oder Gewinner, halten wir uns für wertvolle Menschen? Diese Fragen waren natürlich nicht nur beruflich interessant, sondern auch für meine persönliche Entwicklung. Ich entdeckte, dass ich in vielen Lebensbereichen, bei denen mir große Erfolge gelungen waren, in irgendeiner Form NLP-Techniken angewandt hatte. Ohne zu wissen, dass es NLP-Stategien sind. Zum Beispiel immer dann, wenn ich mir Ziele so konkret wie möglich visualisierte, mit starken positiven Emotionen angereichert. Oder wenn ich mir vorstellte, dass ich ein schwieriges Projekt, das noch vor mir lag, schon längst erfolgreich erledigt hätte und anderen begeistert davon erzählen konnte.

Die Ausbildung machte mich zu einer Persönlichkeit, die klarer wußte, was sie will und das auch mit den passenden Strategien umsetzen konnte.

Fortsetzung folgt…