Category Archives: Blog

  • -

Abenteuer NLP-Masterclass

Category : Blog , NLP

Abenteuer Masterclass

Was genau passiert in der NLP-Masterclass? In den vergangenen Tagen traf ich viele aktive NLPler, darunter viele Lehrtrainer und Master-Coaches. Wir sahen uns auf dem Landsiedel-Sommerkongress und wir saßen als Trainerteam bei unserem jährlichen Treffen zusammen. Immer wieder kam das Gespräch auf die (fast schon geheimnisvolle) NLP-Masterclass, an der ich teilgenommen hatte. Die Fakten waren schnell erzählt: ein neues Ausbildungsformat bei Landsiedel, das aber nicht wirklich eine Ausbildung ist, sondern eher eine Art Camp für eine Weiterentwicklung des NLP. Ein NLP der „Next Generation“, wie es so schön heißt.

Bei einem so neuen Konzept waren die Fragen der Kollegen natürlich vielfältig. „Was genau habt ihr denn da gemacht?“ wollten einige wissen, und ebenso häufig hörte ich „Was kann ich konkret damit anfangen?“ Daher hier ein kurzer Erfahrungsbericht.

Es klang fast wie der Untertitel aus einem Hollywoodfilm „Wir knacken den DNS-Code der Veränderung!“. Dieser Slogan hatte sich beim ersten Block herauskristallisiert. 17 Teilnehmer und drei Trainer saßen hier zusammen und hatten sich das Ziel gesetzt, diesen Code zu entschlüsseln. Nicht nur die ausbildenden Masterclass-Trainer brachten jahrelange NLP-Erfahrung mit (insgesamt rund 100 Jahre NLP-Kompetenz), auch wir Teilnehmer konnten da mithalten: etliche von uns sind bereits erfahrene Lehrtrainer und Ausbilder. Viele Master waren dabei, sogar ein Mitarbeiter eines namhaften Forschungsinstituts. Ralf Stumpf als leitender und hauptverantwortlicher Trainer steuerte uns als Kapitän durch diese Mission.

Natürlich stellte sich im ersten Block auch die Frage: gibt es ein Curriculum, einen Ablaufplan? Eher nicht. Denn das, was hier entstehen sollte, wollten wir gemeinsam entwickeln. Es KONNTE gar keinen festen Ausbildungsplan geben. Es war ein Aufbruch zu neuen Horizonten, eine Mission. So etwas wie die erste Reise ins All, oder wie der Aufbruch Richtung Westen, um einen Seeweg nach Indien zu finden. Klingt komisch? Wir redeten erst mal in Metaphern, um unser gemeinsames Ziel zu formulieren. Die „Sprache der Veränderung“ war eine solche Metapher. Denn wenn wir NLP lernen, ist das wie eine Sprache: wir lernen zunächst Vokabeln und üben dann ein paar festgelegte Sätze, um den Weg zum Bahnhof oder zum Restaurant zu erfragen. Doch dies ist nicht alles, was eine Sprache vermag. Ebenso wenig ist NLP nur eine Ansammlung brauchbarer Formate.

So bot die „DNS der Veränderung“ ein erstes willkommenes Bild. Wir wollten entschlüsseln, was die Wirkfaktoren für eine Umwandlung sind. Menschen verändern sich natürlich nicht nur, nachdem sie komplexe Coaching-Formate durchlaufen haben. Sondern auch ohne äußeren Auslöser. Manchmal schon durch einen einzigen Satz, den jemand ihnen entgegenschleudert. Und jeder, der schon mal durch einen unbedachten Spruch eines Freundes in eine schlechte Stimmung gekommen ist, weiß ein Lied davon zu singen, dass Veränderung auch in eine unerwünschte Richtung gehen kann. Schneller als einem lieb ist.

Wir begannen, die DNS zu entschlüsseln und konkrete Formate in ihre Einzelteile zu zerlegen. Was ist unbedingt nötig, damit das Format gelingt, und was passiert, wenn wir essentielle Dinge einfach weglassen? Funktioniert es noch oder wirkt es anders als geplant? Was wird anders, wenn wir die Reihenfolge ändern? Wir betrachteten außerdem die gängigsten Therapie- und Coachingmethoden, angefangen bei der Psychoanalyse bis hin zur TCM und untersuchten sie auf ihre Wirkfaktoren. Was davon können und wollen wir modellieren, in Formate verpacken?

Natürlich wurde das auch immer gleich konkret in Übungen umgesetzt und ausprobiert, reflektiert, geteilt. Der praktische Nutzen war dadurch enorm. Wer jemals in einem Coaching oder Selbstcoaching nicht weitergekommen ist, kennt vielleicht diese Situation: ein Coach hat fachlich gut gearbeitet, der Rapport stimmte, und dennoch war die gewünschte Veränderung eher mittelmäßig. Mit den neuen Erkenntnissen und AHA-Erlebnissen in dieser Masterclass wurde mir klar, welche Faktoren noch alle im Spiel sind, damit Veränderung gelingt.

(Ralf hat übrigens dazu bereits einen ausführlichen Blogbeitrag unter https://www.landsiedel-seminare.de/nlp-blog/neues-von-der-nlp-master-class/ geschrieben.)

Was mich betrifft: seit vielen Jahren coache ich, bilde mich fort, erweitere mein Methodenrepertoire, entwickle mich weiter, um meinen Klienten und Seminarteilnehmern umfassend gerecht zu werden. Das, was ich in der Masterclass für meine persönliche und fachliche Weiterentwicklung mitnehme, ist jedoch nochmals ein Quantensprung für mich. Was bisher vielleicht sehr theoretisch klingt, liefert mir nie dagewesenen praktischen Nutzen. Ich profitiere als Trainerin, als Coach und als Mensch davon.

Die Gruppe, die hier zusammenarbeitete, war sehr heterogen. Der fachliche Austausch untereinander, das gemeinsame Querdenken und das Erfinden neuer Lösungsstrategien war ein unermessliches Geschenk für mich. Die lockeren Sprüche, Scherze und kleinen Witzeleien zwischendurch haben das Ganze noch hervorragend garniert. Ich fühle mich, als wäre ich bei den berühmt-berüchtigten „Wild Days of NLP“ dabei gewesen, habe mit einer Runde motivierter Kollegen etwas Neues entdeckt und weiterentwickelt. Die Masterclass geht weiter, denn wir sind mit unserer Mission auf dem richtigen Weg.

Wie ihr vielleicht schon ahnt, ist das kein Weiterbildungskonzept, um schnell einen neuen Titel oder eine Berufsbezeichnung zu erhalten. Wer sowas sucht, ist hier definitiv falsch. Doch für Menschen, die ihre Methoden hinterfragen, erweitern, bereichern wollen und neue Schätze heben möchten, ist das definitiv ein spannender und toller Event. Übrigens, für Newsletter-Abonnenten von Ralf Stumpf ist im Downloadbereich der Mitschnitt des Masterclass-Vortrags (Landsiedel-Sommerkongress 2017) erhältlich. Der kann hier bestellt werden. https://www.ralf-stumpf.de/newsletter/

PS: Ach ja, und wir haben die DNS der Veränderung geknackt … die Bausteinchen entschlüsselt und erste Therapie- und Coachingverfahren damit durchleuchtet. Das ist die spannende Aufgabe, an der wir weiterarbeiten wollen. Ich freu mich drauf. Bist du dabei?

 

 

 


  • 0

Wenn du plötzlich einen Finger zuviel hast – Karikaturen zeichnen

Category : Blog , Buch schreiben

Teil 4 Wenn du plötzlich einen Finger zuviel hast … das Zeichnen von Karikaturen

Bei Vertragsabschluss hatten meine Verlagslektorin und ich überlegt, wer die Zeichnungen für das Buch machen könnte. Hmm, das war eine Herausforderung. Ich war mir sicher, dass es einige tolle Karikaturisten oder Zeichner gab, die meine Beschreibung visualisieren könnten. Doch dies bedeutete natürlich auch gute Absprachen und detaillierte Erklärungen. Ich wusste nicht, wer dann tatsächlich meine Idee in ein Bild umsetzen konnte.

Kurzerhand schlug ich vor, dass ich die Bilder selbst zeichnen würde. Der Verlag war einverstanden. Außerdem erhöhte das den Prozentsatz meines Honorars, was ich auch sehr begrüßte.

Als das Manuskript schließlich beim Verlag war, setzte ich mich an die Bilder. Da hockte ich nun vor meinen leeren Blättern und dachte „Es wäre schon sinnvoll, wirklich auch Karikaturen zeichnen zu KÖNNEN.“ Es macht schon einen Unterschied, ein paar Skizzen zu entwerfen oder eine Reihe von Illustrationen zu machen, die wirklich professionell aussehen.

Also übte ich – ausgestattet mit einigen tollen Handbüchern – ein ganzes Wochenende. Ich kritzelte und entwarf Figuren aller Art, und hatte zum Schluss das Gefühl, dass ich meinen Radierer häufiger im Einsatz hatte als meinen Bleistift. Ich übte Figuren in allen Lagen, stehend, sitzend, tanzend, liegend. Vor allem jedoch übte ich das Zeichnen von Händen. Offene Hände, Hände zur Faust geballt, Hände, die etwas festhalten, Hände ohne Ende. Vielleicht ist euch schon mal aufgefallen, dass die Hände von Comicfiguren nur vier Finger haben. Das sieht gezeichnet besser aus. Also übte ich das. Es klappt immer noch nicht bei jeder Geste auf Anhieb, doch meine Ergebnisse waren schließlich ganz passabel.

Am Abend passierte es dann: ich blickte auf meine Hand und stellte mit Entsetzen fest, dass irgendwas nicht stimmte: meine Hand hatte FÜNF Finger! Ich hatte also einen Finger zuviel!!!

Da wurde es höchste Zeit, die Bilder fertig zu stellen. Ich wollte mich nicht allzu lange aufhalten, um ausgefeilte Figuren zu kreieren, schließlich sollten sie nur die Aussage der Spiele unterstreichen. Also experimentierte ich mit Strichmännchen, mit dicken Männchen, mit ausgefallenden Männchen, alles Mögliche, um die richtigen für mich zu finden. Die Strichmännchen taten am ehesten das, was ich von ihnen wollte, und so verpasste ich ihnen noch ein Gesicht, eine Frisur, Schuhe und natürlich Hände. Doch nur als Strichfiguren waren sie auch etwas langweilig. Also machte ich die Ärmchen und Beinchen etwas dicker und zog ihnen Klamotten an. Heraus kamen spindeldürre Figuren, die jedoch in allen Lebenslagen schnell umsetzbar waren. Und es waren meine eigenen Kreationen, was mich besonders freute.

Ende September konnte ich so einen Stapel meiner Bilder an den Verlag schicken.

 


  • -

Weg zum eigenen Buch – Brainstorming

Category : Blog , Buch schreiben

Teil 3 – Brainstorming

Der Vertrag war unterschrieben. Jetzt ging es weiter.

Schon vor Wochen, als ich mein Exposé verfasst hatte, hatte ich begonnen, Material zu sammeln. Erst mal fing ich großzügig mit Brainstorming an. Es war Hochsommer und so konnte ich meinen Lieblingsplatz auf der Terrasse nutzen, Blick in den Garten, ein Cappuccino oder ein kühles Wasser in Reichweite. Es war heiß, ich saß im Schatten und genoss die Sommerluft. Am liebsten schreibe ich mit dicken, farbigen Filzstiften auf glattem Papier. Da sprudeln meine Ideen und der Stift gleitet nur so übers Blatt. Ich schrieb alles auf, was mir in den Sinn kam, ungeordnet. NLP-Formate, Impro-Spiele, Erinnerungen an Situationen in meinen NLP-Ausbildungen, bunt durcheinander. Ebenso Fragen, die mir einfielen. Ich füllte mehrere DIN A 3- große Zeichenblock-Seiten damit. Was für eine großartige Ausbeute. In meinem Kopf formten sich schon erste Zusammenhänge, doch ich ließ die Blätter erst mal ein paar Stunden auf meinem Schreibtisch liegen, räumte sie dann weg. Nach ein paar Tagen nahm ich sie mir wieder vor, wieder draußen am großen Gartentisch. Diesmal mit neuen Bögen Papier, mit unzähligen „Post it‘s“ in knalligen Farben. Die erste Grobsortierung. Zum Beispiel „Welche Spiele passten zu welchem NLP-Thema?“. Und auch für mich noch ungeklärte Fragen, die ich recherchieren wollte, fanden hier ihren Platz. Hier schlüpfte ich gedanklich immer wieder in die Rolle des künftigen Lesers: welche Infos brauchte er, und warum sollte/wollte jemand dieses Buch lesen? Welchen Grund hatte jemand, sich damit auseinanderzusetzen? Ich überlegte, welche Fragen mir meine Trainerkollegen gestellt hatten, als ich ihnen zum ersten Mal von meinen Impro-Spielen berichtet hatte. Was brauchte ein Impro-unerfahrener Trainer, um die Spiele dennoch einsetzen zu können?

Ich schwelgte darin, mit all den bunten Klebezetteln eine Struktur zu erstellen. Erst auf meinen Zeichenblockblättern, dann an der Wand meines Arbeitszimmers. Ich brauchte den Überblick. So räumte ich sämtliche Kalender und Bilder weg und verschaffte mir eine leere, zwei Meter breite weiße Gestaltungsfläche direkt über meinem Schreibtisch.13256320_637684389720521_8293263260892678837_n

Als Grundlage nahm ich die Struktur für gut aufgebaute Seminare zur Hilfe. Trainerkollegen, die eine NLP-Trainer-Ausbildung haben, kennen die sicherlich. Warum sollte jemand das lesen? Was genau ist das eigentlich? Wie kann ich das konkret umsetzen? Und in welchen Kontexten kann ich es zusätzlich noch nutzen? So pappten diese Leitfragen groß über der inhaltlichen Struktur an meiner Wand. Darunter kamen die gesammelten Seminar-Kontexte, die einzelnen NLP-Themen und daneben die jeweils dafür passenden Spiele. Es war herrlich, ich genoss es, das anzuschauen. Sobald ich die Struktur hatte, konnte ich auch das jeweilige Kapitel dazu schreiben.

Doch dann passierte etwas, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Für einige Wochen hatte ich mir die Zeit freigehalten, um zu schreiben, hatte kaum Termine und nur wenige Seminartage vereinbart. Ausgerechnet jetzt brach ich mir den linken Ringfinger. Der Bruch war kompliziert und musste operiert werden. Mit einem dicken Verband, der zwei Finger umschloss, war es gar nicht so einfach, zu tippen. Ich beherrsche das Zehnfinger-System, doch auf einmal haute mein linker kleiner Finger, fest eingepackt, ständig die Hochstell-Funktion rein, die mir Großbuchstaben bescherte, wo gar keine nötig waren. Mit etwas Übung stellte ich mich auf ein Achtfinger-System um.

Trotzdem: durch die Operation und die vielen Arztbesuche zur Wundkontrolle kam mein Zeitplan empfindlich durcheinander. Ich lag zwar noch im grünen Bereich, doch ich konnte nicht einfach mal ein paar Stunden oder Tage ungestört am Stück schreiben. Also plante ich, kaum war der Finger wieder halbwegs verheilt, eine Woche Kurzurlaub im südafrikanischen Busch ein. Hier, mitten in der Wildnis und ohne Ablenkung durch Internet und Co., wollte ich konzentriert arbeiten. 13178041_633993013422992_2223066456190798593_n 13124439_633992693423024_4381401978034786052_n Umgeben von lieben Verwandten wurde ich königlich versorgt. Ich wurde bekocht, konnte schreiben und lange Spaziergänge durch den Busch unternehmen, um meine Gedanken zu sortieren. Am Ende der Woche hatte ich die Hälfte des Buches fertig. Meine farbenfrohen Klebezettel, die ich alle sorgsam mitgenommen hatte, kehrten wieder an meine Wand in meinem Arbeitszimmer zurück. Die Hälfte davon war jetzt bereits mit einem Haken versehen. Der Haken bedeutete „Erledigt“.

Inzwischen hatten wir Anfang Mai. Mein vertraglich vereinbarter Abgabetermin war Ende September. Noch vier Monate Zeit. Doch ich wollte vorher fertigwerden. Mitte Juli tippte ich dann die letzten Zeilen. Jetzt konnte das Werk erstmal einige Zeit ruhen, vor allem mein Geist konnte etwas Abstand gewinnen. Dann las ich alles nochmals komplett am Stück durch und ergänzte, wo meiner Meinung nach noch Lücken waren.

Dann ab mit dem fertigen Manuskript an den Verlag.

Doch fertig war ich mit meiner Arbeit noch nicht. Denn es fehlten noch die ergänzenden Zeichnungen.


  • -

Der Weg zum eigenen Buch – Das Exposé

Category : Blog , Buch schreiben

Teil 2 – Das Exposé – das Bewerbungsschreiben für den Verlag

Vielleicht kennt ihr das auch? Ihr habt eine Idee, einen Wunsch, und dieser Wunsch formiert sich zu einem Ziel. Und auch wenn ihr noch nicht genau wisst, wie ihr dieses Ziel erreichen werdet, seid ihr doch sicher, dass ihr es schafft. Genau diese Gewissheit hatte ich, als sich meine Ideen und Gedanken zu meinem Buchprojekt langsam in meinem Kopf sammelten. Das ist mein Buch-„Baby“ – und ich bringe es irgendwie, irgendwann zur Welt. Die einzelnen Schritte dahin waren mir noch längst nicht klar, doch ich hatte auch keine Eile. Es würde sich schon so entwickeln.

Die nächste Gelegenheit, das Thema voranzubringen, bot sich auf dem jährlichen Landsiedel-Sommerkongress in Schloss Zeilitzheim. In diesem Jahr, es war 2014, genehmigte ich mir nach einigen spannenden Vorträgen eine Pause, ich genoss die Kühle und Ruhe im Innenhof und stöberte durch die neuen Bücher des Junfermann-Verlags. Der Verlag präsentierte in diesem Jahr zum ersten Mal einen Büchertisch auf dem Kongress. Ich kam schnell mit den beiden Mitarbeiterinnen, Monika Köster und Simone Scheinert, ins Gespräch und fragte, wie ich vorgehen solle, falls ich mal ein eigenes Buch veröffentliche möchte. Die beiden waren sehr hilfsbereit. Sie gaben mir den Tipp, vielleicht auch erst mal einen Artikel für die Fachzeitschrift „Kommunikation und Seminar“ zu schreiben. Und erwähnten, dass auch Regine Rachow, die Chefredakteurin der Zeitschrift, anwesend war und sie mich gern mit ihr bekannt machen wollten. Außerdem rieten sie mir, doch auch mal einen von mir verfassten Text einzureichen, damit der Verlag meine Art zu schreiben kennenlernen konnte.

In dem Moment fiel mir ein, dass in diesem Raum auch das Landsiedel-Kongress-Buch 2011 lag, in dem ich schon einen Artikel veröffentlicht hatte. Frau Scheinert begann zu lesen und strahlte mich an: „Da will ich ja gar nicht mehr aufhören, das ist ja total klasse geschrieben!“. Was für ein Kompliment aus dem Mund einer Fachfrau. Ich war happy. Kurz danach machten sie mich mit Regine Rachow bekannt. Auch sie zeigte sich begeistert von meinem Text und wir zogen uns zu einem Gespräch in den Barock-Garten zurück. Das war ein Volltreffer. Regine entpuppte sich als amüsante, kluge und warmherzige Gesprächspartnerin, die mit ihrer Fachkenntnis sofort die richtigen Fragen zu meiner Arbeit stellte. Wir vereinbarten, dass ich nicht nur einen Beitrag, sondern fürs gesamte kommende Jahr eine komplette Artikel-Serie zum Thema „Impro in Seminaren“ schreiben würde. Was für eine tolle Chance! Der erste Schritt in die richtige Richtung.

Natürlich ist es nicht notwendig, erst Zeitschriften-Artikel zu schreiben, um ein Buch zu publizieren. Für mich stellte es sich jedoch als wichtiger Meilenstein heraus. So platzierte ich alle zwei Monate einen neuen Artikel in der Zeitschrift, die inzwischen in „Praxis Kommunikation“ umbenannt worden war. Die Zusammenarbeit mit Regine, die meine Texte noch redigierte, war ein großer Gewinn für mich. Ihr Feedback und ihre kleinen Änderungen in meinen Texten waren immer sehr wohlwollend, wertschätzend, und – was mich am meisten freute – unglaublich begeistert. Sie schätzte die Zusammenarbeit mit mir ebenso, wie ich ihre Unterstützung schätzte. Ich lernte schnell, welche Formulierungen und Ideen gut ankamen, und welche ich getrost weglassen konnte.

Eines Tages – ich hatte kurz vorher „Buchprojekt / Regine anrufen“ in meinem Terminplaner notiert – ploppte eine Nachricht von Regine in meinen Mail-Account. Sie stellte ihre neue Website für angehende Autoren vor, und sie hatte dort auch einige Fragen formuliert, die sich ein Autor stellen sollte, wenn er ein Buch veröffentlichen will. „Welchen Nutzen wird der Leser/die Leserin aus der Lektüre ziehen? – Wen möchten Sie mit dem Buch ansprechen“ – ebenso Fragen danach, was genau mich als Autorin dafür prädestiniert, dieses Buch zu schreiben.  Und wie es sich von anderen Werken unterscheidet, die zum gleichen Thema schon auf dem Markt sind. Eine große Handvoll wohldurchdachter Fragen. Diese Fragen konnte ich aus dem Stegreif beantworten.

Im Prinzip war das schon die gründliche Vorbereitung auf das Buch und seine Vermarktung. Die Voraussetzung für ein Exposé.

Ich rief Regine an und erzählte ihr von meiner Idee und bat sie um ihre Unterstützung. Sie war sehr angetan davon, meinte auch, dass es nach den Fachartikeln auch Zeit für das Buch wurde. Ob ich denn schon eine Idee hätte, bei welchem Verlag ich publizieren wolle, fragte sie mich. Als ich Junfermann als Wunschverlag nannte, war sie begeistert. Ja, das könne sie sich auf jeden Fall vorstellen. Sie hätte zwar keinen Einfluss auf die Auswahl der Buchprojekte dort, könne mich jedoch beim Erstellen des Exposés unterstützen, sofern ich das wollte.

Ein Exposé ist ein erster Entwurf für den Verlag. Es ist gleichermaßen eine Werbung für das Projekt, beschreibt kurz und knapp, worum es geht, wer die Zielgruppe ist und welchen Nutzen der potenzielle Leser hat. Jeder Verlag hat da individuelle Vorgaben, und es macht Sinn, sich diese Vorgaben vom Verlag zu holen. So wird meist besonders ein Augenmerk auf die Kernaussagen und die Botschaft des Buches gelegt und natürlich darauf, ob und wie es ins Verlagsprogramm passt. Es fiel mir leicht, die einzelnen Punkte zu bearbeiten. Ich konnte es einfach so „herunterschreiben“, was für mich ein erneuter Beweis dafür war, wie lange ich mich schon gedanklich damit beschäftigt hatte. Eine Frage bereitete mir jedoch Kopfzerbrechen: Wie viele Seiten sollte das Buch ungefähr haben? Der Verlag wollte das konkret wissen. Ich hatte keine Ahnung. Das Buch war ja noch nicht geschrieben. Manche Autoren beschäftigen sich erst dann mit dem Publizieren, wenn das Manuskript schon fertig in der Schublade liegt und die Seitenzahl feststeht.

Also ging ich ganz pragmatisch vor. Ich zog mir einige Bücher aus dem Regal und schätzte anhand der Buchrücken ab, wie dick mein Werk sein sollte. Zwei Zentimeter schienen mir eindeutig zu viel, ein halber Zentimeter zu wenig. Ich entschied mich für irgendwas dazwischen, einen Finger breit. Eine reine Bauchentscheidung. Dann blätterte ich durch, wie viele Seiten dieses Buch hatte – 120. Klang doch gut, schien mir vernünftig, eine gute Größe. Also notierte ich in meinem Exposé unter voraussichtliche Seitenzahl „100 – 120“. Ich war zufrieden. Ab an den Verlag mit meinem Vorschlag.

Alle paar Wochen hatte der Verlag eine Teamsitzung, in der auch neu eingereichte Buchvorschläge besprochen und ausgewählt wurden. Mitte September, an einem Freitag-Nachmittag, erhielt ich die Nachricht, dass sich der Verlag entschieden hatte, mit mir das Buch zu publizieren. Ich machte Freudensprünge! Das war grandios. Ein paar Tage später flatterte dann auch der Vertrag ins Haus, ich hatte ein Jahr Zeit, das Buch zu schreiben. Die Veröffentlichung sollte dann einige Monate später, im Frühjahrsprogramm 2017 sein.

Es konnte losgehen.


  • -

Hast du nicht ein paar Tipps für mich? Hausaufgaben können auch lustig sein

„Hast du nicht ein paar Tipps für mich, wie ich meinem Sohn beim Lernen helfen kann?“ fragte mich neulich ein guter Freund. Sein Sohn hatte immer wieder Schwierigkeiten, sich abstrakte Begriffe und Zusammenhänge zu merken. Daher hatte er in Lernfächern, trotz aufwändiger Vorbereitung, selten eine gute Note in den Proben. Für den Jungen, nennen wir ihn Max, aber auch seine Eltern, war das ziemlich frustrierend. Jetzt stand wieder eine Schulaufgabe an, und es ging u.a. um die Geschichte der EU, mit Jahreszahlen, Verträgen, diversen Abkürzungen.
Ich riet ihm, die wichtigen Jahreszahlen doch in Form einer Timeline (einer Zeitlinie) auf den Boden zu legen, und die einzelnen Etappen auf bunte Kärtchen zu schreiben. Damit hatte  Max einen Ablauf, den er auch ganz konkret abschreiten konnte. Zwei Tage später schickte mir der Freund ein Foto des Lern-Nachmittags. Auf dem Fußboden lagen nicht nur bunte Kärtchen und Symbole (etwa ein Vertrag in Form einer kleinen Rolle „Pergament“ mit den Unterschriften der Regierungsschefs), es saßen auch ein paar Kuscheltiere dabei. Diese waren nach Jahren aus der Spielzeugkiste befreit und als wichtige EU-Funktionäre wieder auferstanden. So hatten sie z.B. die Rolle des EU-Kommissars oder eines Ministers. Mit dieser Anreicherung eines eher trockenen Themas hatte Max jetzt auch Spaß daran gefunden.

Wir lernen am liebsten, wenn wir Freude am Thema haben. Doch das können wir uns natürlich bei Schulfächern nicht immer aussuchen. Nicht jeder Inhalt macht uns Spaß und der Lehrplan nimmt auch keine Rücksicht darauf, ob er für die Schüler interessant ist. Daher sind Verknüpfungen mit Dingen und Erlebnissen, die uns auch mal zum Lachen bringen, so wichtig. Oft genügen Farben oder ein Wechsel der Perspektive: hier hatte Max das Lernmaterial mit Hilfe seines Vaters auf den Fußboden verteilt und war die geschichtliche Entwicklung buchstäblich abgeschritten. Das kam seiner Lernmotivation in diesem Fall sehr entgegen. Übrigens mit Erfolg.
Heute kam die Nachricht, dass er in seiner Schulaufgabe eine Zwei bekommen hatte!

 

Bildnachweis: Fotolia, Kaesler Media


  • -

Das 1×1 der Flipchart-Gestaltung – Gratis-Webinar

Category : Blog , Flipcharts

Viele Trainer und Seminarleiter möchten ihre Beiträge visualisieren, wissen aber oft nicht, wie sie das mit wenig Aufwand umsetzen können. Viele halten sich zudem für unbegabt, was Zeichnen betrifft. Dabei ist es schon mit wenigen Mitteln möglich, aussagekräftige Flipcharts zu erstellen. In diesem Gratis-Webinar erfahren Sie das 1×1 der Flipchartgestaltung – wie Sie mit wenigen Strichen und Farben zu ansprechenden Charts kommen sowie jede Menge Tipps und Tricks rund ums Erstellen. Am 14. Januar, 201-21.15 Uhr. Online.

Anmeldung zum Gratis Webinar-Flipchartgestaltung: http://www.landsiedel-seminare.de/nlp-online/einfuehrung1.html


  • -

Start in die NLP-Practitioner-Ausbildung

Tags :

Category : Allgemein , Blog , NLP

Hast du Lust, dabei zu sein? Die nächste NLP-Practitioner-Ausbildung in Augsburg startet im September 2016. Für mich war vor 10 Jahren der Start meiner eigenen Practitioner-Ausbildung ein persönlicher Durchbruch. Ich hatte die NLP-Ausbildung als berufliche Fortbildung gebucht. Nie hätte ich mir vorher träumen lassen, welche gewaltigen Entwicklungen in nahezu jedem Lebensbereich bei mir damit angestoßen wurden. Mein Leben hatte von dem Moment an eine klare Ausrichtung, ich wurde lebendiger, aufmerksamer und erfüllter. Auch bei den Teilnehmern meiner bisherigen NLP-Ausbildungen erlebe ich seit Jahren, wie sie im Laufe der Monate immer strahlender werden, ihre beruflichen und privaten Ziele erreichen, zufriedener und glücklicher werden. Ich bin sehr glücklich und dankbar, das miterleben zu dürfen. Nutze die Möglichkeit, dir unsere günstigen Frühbuchertarife zu sichern! Die nächste Ausbildung startet im September 2016. Informationen zur Practitioner-Ausbildung findest du hier auf der Website.


  • -

Flipcharts erstellen – Gratis Webinar

Tags :

Category : Blog , Flipcharts

„Ich kann nicht zeichnen“, glauben viele Trainer und verzichten auf aussagekräftige Flipcharts. In diesem kostenfreien Webinar können Sie ausprobieren, wie Sie mit wenigen Strichen und Techniken ansprechende Charts erstellen können, um ihre Seminarinhalte und Präsentationen zu visualisieren.  Dienstag, 24. März, 20.00 bis 21.15 Uhr. GRATIS!

Ort: am PC, bequem bei Ihnen zu Hause oder unterwegs

Mehr Infos und Voranmeldung.


  • -

Traumcollage

Tags :

Was wünscht du dir noch in deinem Leben? Was hast du noch vor? Gibt es Dinge, die auf jeden Fall tun möchtest, auch wenn sie dir gerade völlig unvorstellbar scheinen? Träume, wie du noch nie geträumt hast und erstelle dir deine persönliche Collage aus Bildern, Zeichnungen, Ideen! Unter diesem Motto traf sich vergangene Woche die Jetzt-erfolgreich-Praxisgruppe in München. Mit Stapeln von Reisekatalogen, Magazinen, Katalogen kamen 10 Teilnehmer zusammen, ausgestattet mit Scheren und Klebestiften. Anfangs wurde noch geplaudert und gemeinsam Zeitschriften durchgeblättert, allmählich jedoch wurde es ruhiger, als nach und nach immer mehr Bilder ausgeschnitten wurden. Bilder von den schönsten Orten der Erde, Pflanzen, Traumhäuser, Autos, glücklichen Paaren, liebevoll von jedem Teilnehmer zu einer individuellen Traumcollage zusammengestellt und auf Flipchart-Bögen geklebt.

Haben Sie auch Lust bekommen? Inspirierende Jetzt-erfolgreich-Abende finden Sie auch in Ihrer Nähe, mehr Informationen finden Sie unter www.jetzt-erfolgreich.com . Übrigens: die Teilnahme an den Abenden ist kostenlos.


  • -

Fehler können Spaß machen

Tags :

Category : Blog , Impro

Wie bitte? Fehler können Spaß machen? Sehr witzig!  Ja, genau, das ist wirklich witzig. Ich nutze seit einigen Jahren Elemente aus dem Impro-Theater in meinen Seminaren und Ausbildungen. Mit ungewöhnlichen Ergebnissen. Wie das geht, steht in meinem aktuellen Artikel der Zeitschrift „Praxis Kommunikation“. Viel Spaß beim Lesen!

zum Artikel